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Nieder mit dem Betreuungsschlüssel

ICH DANKE EUCH. Von ganzem Herzen. Für euren Zuspruch. Für eure Solidarität.
Und nein, ich halte mich nicht für eine Rabenmutter. Nur manchmal glaubt man, alle Probleme selbst lösen zu können … 

Fangen wir so an: Das Gute an unserem Gespräch mit der Kitaleiterin war, dass ich mal wieder etwas Neues dazu gelernt habe. Und wie immer bringt ein offenes Gespräch zumindest gegenseitiges Verständnis. Auch wenn eine Lösung bei weitem nicht in Sicht ist.

Die Legende besagt, dass in unserem schönen Land in den Krippen auf sechs Kinder eine Erzieherin käme. Das hört sich vernünftig an. Das war sicherlich auch mal sehr vernünftig gedacht. Und so hab ich es auch im Gesetz gefunden, versehen mit dem Zusatz, dass diese Kinder mind. neun Stunden in der Einrichtung sein müssen. In der Realität ist es aber üblich den Urlaub der Betreuer voll auf die Betreuungszeiten anzurechnen. Heißt also, dass bei einer Kindergartengruppe mit 19 Kindern und zwei ständigen Betreuern mit jeweils sechs Wochen Jahresurlaub und einer Kitaschließzeit von einer Woche pro Erzieherin fünf Wochen Urlaub verbleiben in denen die Kollegin mit den Kindern allein ist. Macht geplante zehn Wochen pro Jahr. In der Krippe mit 19 Kindern mit drei Betreuern sind somit 15 Wochen mit nur zwei Betreuern fest eingeplant. Und die absolute Krönung ist, diese “Anrechnungstaktik” gilt ebenfalls, wenn eine Betreuerin krank wird. Und auch der Früh- bzw. Spätdienst, in dem nur einige Kinder anwesend sind, wird auf die Gesamtzeit angerechnet.

Wen wundert es da, wenn die anwesenden Erzieher auf den Zahnfleisch kriechen?

Nun grüble ich seit Mittwoch, was man tun kann … und versuche mir ein Kombinationsmodell aus Krippe und Tagesmutter vorzustellen. Schließlich hilft es, genau zu wissen, was man will.
Und übrigens: Die junge Dame ist ein echter Steher. Am Donnerstag wollte sie mich gern allein zur Omi an die Küste schicken. Krippe sei ja so schön. *seufz*

Besuch bei Rübezahl

… ein langes Wochenende aus goldenen Herbsttagen gemeinsam mit den Omas im Riesengebirge.

Erkenntnisse:
- Es dauert zwei Tage, ehe sich ein gewisser Gleichmut gegenüber den Macken der Anderen einstellt.
- Das Gebirge stimmt versöhnlich mit dem Ende des Sommers - kein Wunder es leuchtet so traumhaft.
- Beim Wandern ist das Wichtigste, bereits beim Loslaufen genügend Höhenmeter erreicht zu haben und diese Zahl auf den Strecke nicht wesentlich zu verändern. Dann ist es ganz einfach. ;o))
- Reisen bildet. Neue Wörte: Rübezahl, Wasserfall, Fontäne, Felsen …
- Blasmusik geht gar nicht. Aber es gibt Orte, an denen macht sie einfach nur noch Spaß. *stimmt an: Rooooosamunde ..*
- Tschechische Kellner sind eine Kategorie für sich. Vielleicht lernen sie die Unfreundlichkeit schon in der Berufsschule.
- Ich habe sozusagen eine Liste von Dingen, die ich bei jedem Besuch im schönen Böhmen einmal gegessen haben muss. Und diese arbeite ich dann ab.
- Alle lieben Knödel und Kraut.
- Muttern kann mit Vergnügen vier Tage hintereinander Entenbraten essen.
- Es gibt richtig gute, wirklich günstige Unterkünfte an ganz besonderer Stelle (falls mal jemand auf den Berg will).

Rabenmutterdasein

Als ich schwanger war hatte ich vor allem anderen den festen Vorsatz, dass ich nun zwar bald ein Kind haben würde, aber sonst solle sich gefälligst nichts ändern. Ich würde ein knappes Jahr zuhause bleiben, dann käme das Kind in die Krippe und ginge wieder arbeiten. Unter Arbeiten verstand ich damals 10-12 Stunden am Tag, vorzugsweise in den frühen bis späten Nachmittags-/Abendstunden. Was weiß man als Kinderlose schon über die Bedürfnisse von Kleinkindern? (Was einen jedoch nicht daran hindert ungefragt seinen Senf dazu zugeben … ich gestehe und bereue, immerhin ist der eigene Freundeskreis nahezu genauso schlimm wie fremde Leute im Supermarkt.)

Dann kam Madame Lieschen zu uns und alles was ich geplant und gedacht hatte zu wissen, versank in einer grauen Masse aus Schlaflosigkeit, Nichtverstehen und Einsamkeit. Und als es gerade richtig gemütlich daheim wurde und Mutter und Kind wirklich zusammen gewachsen waren, war das Jahr vorbei und der Arbeitsbeginn stand vor der Tür. Madame wurde in die Krippe eingewöhnt und ich war weit und breit die einzige Mutter, die darauf bestand, ihr Kind eine Weile in diesem fremden Umfeld zu begleiten. Entsprechend befremdet wurde ich auch beäugt. Die Zeit war hart, aber nach vier Wochen ging ich wieder arbeiten mit dem Glauben daran, dass die Krippe der richtige Ort sei für mein Kind.

Seit dem 1. August hat nun das neue Krippenjahr angefangen. Zehn Kinder wechselten aus der Krippe in den Kindergarten. Einige davon gerade mal 2 Jahre und wenige Monate alt. Wenn ich die Eltern richtig verstanden habe, wurde dazu niemand wirklich gefragt, sondern der Wechsel von der Kitaleitung quasi angewiesen. Wir waren nicht betroffen. Klara gehörte ab diesem Datum per Definition zu den “Großen”. Die daraus resultierenden Veränderungen wurden mit uns nicht besprochen. Wozu auch?

Nun wird die Gruppe nach und nach wieder aufgefüllt. Seit August sind schätzungsweise sechs bis acht Kinder dazu gekommen. Mindestens eines davon ist ein Baby von einem Vierteljahr. Muss ich erwähnen, dass der Geräuschpegel aufgrund des vielen Weinens unglaublich ist? Die Krönung erlebte ich allerdings gestern, als die allerbeste Lieblingserzieherin morgens beim Bringen aus dem Gruppenraum stürmte und die Kitaleiterin holte. Durch die Tür wehten mir Wortfetzen zu “… wie sollen wir das schaffen? … wir sind nur zu zweit bis 11:00 Uhr. Und nun ist noch ein Kind mehr zum Füttern. Wir brauchen dringend Verstärkung.” Die Antwort der Leiterin fiel mehr als knapp aus “Ich hab hier niemanden. Und das ist jetzt halt so.” Das ganze wurde lauthals gebrüllt - vor den Kindern. Wie blank müssen die Nerven liegen, wenn sich Menschen, die sich sonst für die Kinder ein Bein ausreißen, derart aus der Fassung geraten. (Man muss dazu wissen, dass es 2 Vollzeit- und 2 Teilzeitkräfte sind, die selbstverständlich mehr Stunden arbeiten könnten.)

Im Auto auf dem Weg zur Arbeit hab ich noch gezittert. Gemeinsam mit dem Papa beschlossen wir, als ersten Schritt einen Termin mit der Kitaleiterin zu machen. Der ist dann heute abend. Ich hab aber wenig Hoffnung … und das Allerschlimmste ist, dass wir hin und her überlegt haben und es einfach keine Alternative zu geben scheint. Tagesmütter gibt es hier nicht, weil jeder der Arbeiten geht einen Anspruch auf einen Krippenplatz hat.

Nur eines ist klar: Die “Großen” fallen dort gerade völlig hinten runter. Und dass die Kinder spüren, wie die Stimmung ist, versteht sich auch von selbst. Muss ich erwähnen, dass Klara vergangene Woche an zwei Tagen nicht dort bleiben wollte, obwohl sie sonst unglaublich gern dorthin geht? Muss ich erwähnen, dass Madame-ich-mag-das-nicht-oder-bin-satt gestern 2 1/2 Mischbrotscheiben und 250 ml Milch zum Abendbrot gewollt hat?

Ich mache mir große Sorgen um mein Kind und ich bin völlig ratlos. Und alles nur, weil Muttern ja unbedingt arbeiten muss …

Für alle Eltern dieser Welt

Wir sind wieder da. Ein paar erholsame Tage mit (nahezu) der ganzen Familie im Gebirge liegen hinter uns. Es war wunderschön - bestimmt später mehr - wir haben es alle sehr genossen. Und ich hab euch auch wieder etwas mitgebracht.

 

… eine Plastik, die mitten in der Kälte auf dem Marktplatz einer sehr kleinen Stadt stand und mich sehr berührt hat. Liebe in Bronze sozusagen. Hach …

Kindermund: Klare Regeln

Frau Feuervogel schmiert Stullen für Mutter und Kind. Der Papa kommt spät nach Hause und setzt sich in seinen Arbeitssachen an den Abendbrottisch.

ML: Nis mit Arbeitsbluse essen.
Papa: Doch, heute mal ja.
ML: Nein, heute nis.

Der Papa meint, sie habe recht und geht sich umziehen.

ML: Wo is Papa?
FF: Der zieht sich was anderes an.
ML (triumphierend): Hab is ‘esagt!!!

Damit wäre nun auch klar, wer hier das Sagen hat. Das sind ja lustige Aussichten … ;o))

Kindermund: Modisch gebildet

Frau Feuervogel und Madame Lieschen kommen von der Arbeit nach Hause.

FF: Ich gehe mich mal eben umziehen.
ML: Hast du eine Arbeitshose an?
FF: Ja. Ich ziehe jetzt eine Jeans an.
ML: Und des? (zeigt auf meine Bluse)
FF: Das ist meine Bluse. Die ziehe ich auch aus.
ML (schmachtend): Liiilaaa. S’chick. ;o))

Wenigstens einer den das hier interessiert …

Liebe Rosa

Ich fühle so sehr mit dir. Wir haben hier ja auch so eine kleine Dame, die vermutlich schon fleißig an der Modelkarriere arbeitet und vorsorglich lieber wenig bis gar nichts isst.

Der KiA sagt dazu immer - nachdem er mich am Anfang unserer Stillzeit völlig kirre gemacht hat, dass Madame zu dünn sei: “Feste Mahlzeiten, Essen anbieten aber nicht drängen … die Zwerge holen sich, was sie brauchen.” Er schaut sich immer das ganze Kind an: Ist die Haut rosig und prall, ist sie munter und hat genug Energie, was macht der Stoffwechsel. Und da das alles in Ordnung ist, nutzt sie einfach das Essen, welches sie zu sich nimmt maximal aus und braucht einfach nicht mehr.

Ich versuche nun jeden Tag aufs Neue, mir diese Worte vor Augen zu führen. Ich sehe wie sie herumflitzt, lacht und Spaß am Leben hat. Die Windeln sind voll und die Haut ist prall. Trotzdem fällt es mir schwer nicht vor Sorge zu vergehen, wenn der Teller an manchen Tagen bei jeder Mahlzeit über den Tisch geschoben wird und mir ein “mag is nis” oder “bin fertig” entgegen schallt. Und ja, ich habe auch schon heulend daneben gesessen und mein geliebtes Kind einfach vergehen sehen.

In einem lichten Moment ist mir dabei allerdings aufgefallen, mit welchem Interesse, Madame diese mütterliche Reaktion beobachtet hat. Man konnte den kleinen Kopf direkt arbeiten sehen. Das hat irgendwie die Wende gebracht. Seitdem habe ich vor allem für mich ein paar Regeln aufgestellt:

1. Ich frage nur noch ein einziges Mal “bist du fertig?”, dann trete ich mich selbst in den Hintern und kippe ihren Teller in den Müll. (Sehr schwierig auch angesichts der Tatsache, dass es mir zutiefst widerstrebt, Lebensmittel wegzuwerfen.)
2. Ich lege ihr beim warmen Essen die einzelnen Komponenten separat auf den Teller - weil ich den Eindruck habe, dass ihr ein Durcheinander nicht geheuer ist und sie es dann erst recht nicht mehr essen mag. (Was sie davon dann isst, ist ihre Sache.)
3. Ich frage sie, ob sie etwas abhaben möchte, wenn ich etwas esse, was sie bisher abgelehnt hat - wenn nicht, dann nicht.
4. Alles was sie sozusagen immer essen mag - Kekse, Gummibären, Salzstangen etc. - gibt es zu festen Zeiten, also bei uns zur Nachmittags/Kaffeemahlzeit. Nur wenn sie mal einen Tag wirklich gut isst auch außer der Reihe. Alles unter der Prämisse, wenn du schon so wenig isst, kannst du dich nicht auch noch mit solchen Sachen vollstopfen.
5. Das Einzige was es auch mal zwischen durch oder anstatt einer abgelehnten Mahlzeit gibt, ist Obst - Banane, Apfel, Trauben - oder rohes Gemüse - Gurke, Tomate, rote Paprika etc. Das ist wenigstens gesund.

Der Anfang war wirklich hart. Vor allem für mich. Aber ich habe den Eindruck, sie hat sehr schnell gemerkt, dass es mir sehr ernst damit ist. Ich konnte es wirklich nicht mehr ertragen, dass das Essverhalten der jungen Dame unser halbes Leben bestimmt. Und seitdem der Druck raus ist, ist es auch besser geworden. Sie wird wahrscheinlich nie ein Fresssack, aber sie probiert immer mehr. Und das was sie bekommt reicht ihr. Immerhin ist die nächste Mahlzeit tagsüber höchstens 3 Stunden weg. Wer soll dabei schon verhungern.

Liebe Rosa, ich wünsche dir Kraft. Ihr schafft das. Ich glaub an dich.

Wasser marsch

Wieder ein Mittagschlaf, der mit einem Str.iptease und vollkommener Durchflutung des Bettchens endete. Warum tut sie das nur? Ist ihr nicht kalt? Und dann auch noch still und heimlich. So kann es nicht mehr weitergehen. Und eine Blasenentzündung fehlt uns jetzt auch gerade noch. Irgendwer eine Idee, wie ich ihr diesen Spleen wieder abgewöhne? Noch besser wäre natürlich eine taugliche Begründung für dieses Verhalten. Zu Hülf …

Frühstück bei Erika*)

Mit der liebsten, besten Freundin geschlagene vier Stunden bummeln, zu Mittag essen (für Frühstück war es plötzlich schon zu spät), einkaufen und reden, reden, reden. Merken, wie die Zeit verrinnt und nichts dagegen tun können. Und wieder einmal schmerzlich spüren, dass wir seit Monaten wenn nicht sogar Jahren einfach zu wenig Raum für unsere Freundschaft haben.

Bei insgesamt 4 Kindern, einem fast Vollzeitjob und 250 km Entfernung bleibt oft nicht mal der Nerv für ein ausgiebiges Telefonat, weil im Hintergrund immer irgendein Zwerg Bedarf anmeldet. Oft sehe ich sie in Gedanken am Abend erschossen auf die Couch sinken, dann bleibt es beim Gedanken. Vielleicht sollten wir einen wöchentlichen Regeltermin einführen - spricht die Frau Projektleiterin und denkt sofort ernsthaft drüber nach …

Denn wie kann es sein, dass bei einem noch dazu ungestörten 4-stündigen Treffen nicht mal Zeit für ein paar Lästereien bleibt, weil es so viele Informationen gibt, die einfach mal ausgetauscht werden müssen. Ehrlich mal, es wird mal wieder Zeit für ein gemeinsames Berlin-Wochenende. So.

*) Erika = O-Ton des liebsten Patenkindes, der Rest der Welt nennt es I.KEA

Reise, Reise

Worüber man auf fast drei Stunden Autofahrt nicht alles reden kann. Die diversen Fahrzeuge dieser Welt scheinen langsam abgetalkt, auf den Feldern passiert nur noch wenig Aufregendes. Also musste etwas Neues her. Und so redeten also Mutter und Kind - übers Wetter!!

Zuerst Nebel - ich stelle fest, sehr schwierig zu erklären. Dann freuen wir uns zusammen über die Sonne, um anschließend den Herbst zu besprechen. Oha, Madame weiß offensichtlich bereits, dass nun Drachen steigen müssen. Der zuständige Papa wird sich freuen. Na, hoffentlich reicht das Thema noch für eine Weile. Sonst müssen wir uns in einem halben Jahr der Quantentheorie zuwenden und davon hat Muttern keine Ahnung. Reisen ist anstrengend.

Nun sind wir angekommen und ich hoffe sehr, dass dies ein wirklich goldenes Herbstwochenende wird. Spricht ja Einiges dafür. Lasst es euch gut gehen. *Tee-und-Pflaumenkuchen-in-die-Runde-reich*

Tapferes Mädchen

Der Tag begann mit Blutabnehmen zwecks Allergietest (wider dem Dauerhusten) bei KiA. Wir reden seit ca einer Woche immer mal wieder drüber. Dass wir dahin gehen, dass er pieksen wird, dass das vermutlich weh tut und dass das aber wieder aufhört. Heute morgen wurde ich begrüßt mit: Fahrn ma zur Omi. Aber erst zun Doktor. Blut abnehmen.

Der selbige war sichtlich nervös. Kein Wunder hat doch Madame Lieschen die quasi nicht vorhandenen Armvenen von ihrer Mutter geerbt. Also aus der Hand. Auch das kenne ich aus eigener Erfahrung. Ich hab ihr die andere Hand gehalten, der Pauli war fest im Arm und als es soweit war, hat die junge Dame nicht mal mit einer Wimper gezuckt, nicht geweint … gar nichts. Wir waren alle merklich verdutzt, erleichtert, erfreut …

Aber dass sie dann eine Salzstange von ihm will, dass hat sie laut und deutlich gesagt. Hach, das ist mein Mädchen. ;o))

Der Beste

Auch wenn der Rest der Welt vermutlich Zeter und Modrio schreien wird, es muss mal gesagt werden:

Ich hab wirklich den besten Mann abgekriegt, den man sich nur wünschen kann.
Und den liebsten auch noch …

*strahl*

Die Auflösung des Urlaubsrätsels - Teil 2+3

Bevor der Familienurlaub wieder im Nebel der Erinnerungen versinkt, will ich wenigstens noch Teil 2+3 auflösen. Nachdem wir aus diversen Gründen den Aufenthalt im Elsass nach einer guten Woche abbrechen mussten - wie schon gesagt hatte ich auch die Nase voll von Üdülle - machten wir zuerst auf halber Strecke Halt und entdeckten einen sehr schönen Campingplatz in der Nähe von Potsdam.

Wir besuchten “den König” und entdeckten die Schwanerschen Tagetes. Kindelein bewunderte die Mühle von Sanssouci und wir können die Potsdamer Innenstadt und das Krongut Bornstedt für einen entspannten Ausflug nur empfehlen.

Nach drei Tagen wollte Madame Lieschen noch die Möwen besuchen und so schoben wir noch vier Tage Ostsee ein. Diesmal auf dem wunderschönen Darß in Zingst. Und hier erwischten wir einen Campingplatz wie ich ihn noch nie gesehen habe. Alles vom Feinsten mit Schwimmhalle auf dem Platzgelände, Sauna, Solarium, die sanitären Einrichtungen edel wie noch nie. Alles absolut empfehlenswert!! Und der schönste Strand der ganzen Ostsee in nur fünf Minuten Fußweg. Hach, da hätte ich glatt noch eine Urlaubswoche dran hängen können. ;o)

Ach ja: Falls ihr mal dort seid, dann geht in das Restaurant “Strandkate” und lasst euch ein Fischgericht bringen. Die können das dort so gut, dass mir heute noch nach Schwärmen ist. Hmmm…

Frau Feuervogel goes Homöopathie

Ich bin ja eher ein Verfechter der Schulmedizin. Hier wird geimpft, hier werden “richtige” Medikamente verabreicht, hier wird bei Bedarf zum Arzt gegangen. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen dies zu ändern. Ich kannte es nicht anders und bin von Haus aus auch eher skeptisch. Zudem gehörte zu meiner eigenen Erziehung auch eine große Portion “kam von allein, geht auch wieder von allein”, da beschäftigt man sich ohnehin weniger mit seinen diversen Zipperlein

Und dann kam Madame Lieschen. Sie war so winzig und zart, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, dieses empfindliche Wesen immer gleich mit Medikamenten vollzustopfen. Nebenwirkungen und Kunstfehler der Schulmedizin sind in unserer Familie eben auch ein ganz heißes Thema. Trotzdem gab es keine Kügelchen, keine Bachblüten, keine Schüsslersalse. Wir haben nichts besprechen lassen und auch ausgependelt wurde nicht. Das war mir alles viel zu fremd. Und ist es genau genommen auch heute noch.

Die erste Begegnung mit “alternativer” Medizin war unser Besuch bei der Ostheopatin, welche innerhalb einer halben Stunde einen vermutlich monatelangen Leidensweg beendete. Ich hab es dann selbst probiert und auch mir konnte diese Frau helfen und das auch noch ganz sanft ohne Gewalt oder Nebenwirkungen. Mittlerweile bekommt Klara nach jedem Wachstumsschub (alle viertel bis halbe Jahr) eine ostheopatische Behandlung, die ihren Körper sichtlich wieder ins Gleichgewicht bringt. Das Tollste daran ist: Sie freut sich darauf und fragt mittlerweile, wann wir wieder zu Frau M. gehen. Die Ostheopatin ist gleichzeitig Internistin und arbeitet auch als niedergelassene Allgemeinmedizinerin. Für die skeptische Frau Feuervogel also die ideale Kombination.

Nun ist die junge Dame aber anscheinend mit empfindlichen Bronchien geschlagen. Der erste Krippenwinter war furchtbar und der erste Krippensommer netgegen aller Vorhersagen nicht weniger. Ich kann mich zumindest nicht daran erinnern, wann sie zum letzten Mal nicht gehustet hat. Zumindest morgens muss sie sich erstmal wie ein Extremraucher “abhusten”. In der Krippe vermutet man, dass sie das hiesige Klima des örtlichen Sumpfgebietes nicht verträgt, die Oma ist sich sicher einen erblichen Faktor auszumachen (logischerweise in ihrer Linie) und ich bin einfach nur dafür, dass es aufhören soll und zwar bald.

Der KiA sieht das erstaunlicherweise genauso und so inhalieren wir nun schon seit drei Wochen mit Salzwasserdampf und Inhalator. Ein bisschen besser ist es geworden, weg ist es nicht. Nun sollen wir am Donnerstag zum Blutabnehmen, um eventuelle Allergien auszuschließen. Und wenn es keine Allergie ist, dann muss es wie ein beginnendes Asthma behandelt werden, um zu verhindern, dass die anhaltende Entzündung der Bronchien ein solches hervorruft. Ich bin sehr beunruhigt.

Bevor wir mit Cortinsonspray hantieren, möchte ich zumindest noch eine Alternative ausprobieren. Ein Klimawechsel kommt nicht in Frage, wir möchten unser Lieschen eigentlich nicht dauerhaft zu den Omas exportieren. Also vielleicht doch Homöopathie? Einen ersten Schritt habe ich zumindest gestern getan und mit der Freundin zusammen einen Kurs zum Thema “Homöopathische Hausapotheke für Kinder” besucht.

Nun bin ich vielleicht ein bisschen schlauer, in jedem Fall aber ein bisschen sehr viel verwirrter. Ist das Ganze doch sehr komplex. Und auch wenn man ja angeblich nichts falsch machen kann, habe ich doch hinreichend viele Hemmungen mein Kind als Versuchskaninchen zu verwenden. Trau ich mich oder trau ich mich nicht? Das Internet hilft nicht wirklich, sind doch die Informationen zu einem Mittel hinsichtlich Anwendungsgebiet und Dosierung von Seite zu Seite unterschiedlich. Bellardonna D12? Oder doch Ferrum phosphoricum D12? Ach menno, einfach ist das alles nicht …

Kann das schon alleine!!

Eben bei der lieben Ami einen Beitrag zum Thema Eigenverantwortung bei Kindern entdeckt und dort auch kommentiert. Da ich gespannt bin, wie ich in ein paar Monaten darüber denke, halte ich meinen Beitrag auch hier noch einmal fest. Mal schauen wieviel Wahrheit die Zukunft in diesem Punkt bringt … heute ist es jedenfalls so:

Madame Lieschen ist zwei und ein eher ängstliches, vorsichtiges Kind. Vielleicht mache ich es mir zu einfach, aber ich lasse sie Dinge allein tun, wenn sie das möchte und ich es meine verantworten zu können (also keine höllenscharfen Messer, offenes Feuer, belebte Straßen etc.). Gleichzeitig versuche ich aber auch, sie zu nichts zu drängen - was mir zugegebenermaßen schwerer fällt. Ich wäre schon sehr beglückt, wenn sie es endlich mal versuchen würde, eine Treppe allein hinaufzusteigen. Was ich damit sagen will: Es hängt vom Kind ab, wieviel Verantwortung man ihm übertragen kann. Hat man eher einen Draufgänger, ist man vermutlich mehr mit Bremsen beschäftigt. Hat man einen Angsthasen, fürchtet man, sie noch im Schulalter ständig auf dem Arm zu haben.

Ein guter Katalysator ist für mich mal wieder die Krippe. Dort müssen die Kinder einfach viel selbstständig tun. Da kann man sich einiges abschauen. Zur Zeit sind Aus- und Anziehen ein großes Thema und natürlich der unvermeidliche Toilettengang. ;o))

Übrigens, wenn sie etwas tun will, wovon ich erstmal zurückschrecke, dann versuche ich ihr zu erklären, weshalb es vielleicht gefährlich sein könnte und wenn sie es dann immer noch will, üben wir halt gemeinsam. (Zur Zeit: Wie überquere ich eine Straße.) Ich denke, wir werden das noch monatelang gemeinsam tun, bis sie es allein hinbekommt. Aber irgendwann muss man ja anfangen. Eine Mutter, die ihr Kind machen lässt, aber selbst im Hintergrund bleibt, um notfalls eingreifen zu können, ist in meinen Augen keine Glucke, sondern gibt die maximale Sicherheit, die man bekommen kann um sich zu entwickeln. Klara sagt oft: “Mama passt auf mich auf.” … im Brustton der Überzeugung.

Und grundsätzlich finde ich es wundervoll, wenn ein Kind mehr und mehr allein kann. Dieses “hilf mir, es selbst zu tun” kommt mir sehr nahe. Oder eben auch “was sie selbst kann, muss ich nicht machen” … dann haben wir zusammen mehr Zeit für andere Dinge.

Versteht ihr was ich meine?

Lippe viel besser

Die Freundin musste gestern abend zweimal hinschauen. Omas Aloe-Vera-Lippenbalsam sei dank. Das ist wirklich ein Teufelszeug. Ich kann also schon wieder ein bisschen grinsen - danke für die Genesungswünsche. *freu*

Die Gäste können kommen

Diesen Artikel wollte ich eigentlich am Samstagnachmittag schreiben NACHDEM die liebenden Eltern während Kindeleins Mittagschlaf gemeinsam die Wohnung auf den Kopf gestellt, geschmückt, den Kaffeetisch gedeckt und das Wohnzimmer so umgeräumt hatten, dass fünf Kleinkinder trotz anwesender Eltern noch einigermaßen geräumig drin spielen können sollten. Sogar das notwendige Foto war bereits geschossen.

Wie schon gesagt … wollte ich.

Dann gab es einen Aufschrei aus dem Kinderzimmer - der Liebste hatte vor sein Kind zu wecken und partyfein anzukleiden - ein Brüller, Türenknallen vom Feinsten während ich gerade dabei war, in der Küche die Müsliverpackung aufs Regal zu stellen (Besuchsputzen/-aufräumen halt). Brüllen und Türenknallen lenkt ab und so nutze die auf den Regal abgestellte Käsereibe die Gelegenheit, mir aus 1,50 m Höhe ins Gesicht und auf meine Oberlippe zu springen und mir diese zu spalten. Blutschwall - im Kinderzimmer hallt immer noch das Donnerwetter.

… und in 20 min kommen die Gäste …

Also notdürftiger Verband und erstmal zum Kind. Dieses hatte offensichtlich nach Beendigung seines Mittagschlafes die Anwesenheit der Eltern für nicht unbedingt notwendig erachtet, dafür aber seiner neuesten Macke gefrönt und sich seiner Bekleidung entledigt. Aller Bekleidung. Inklusive Windel. Danach musste sie offensichtlich nochmal, weshalb der Papa ein komplett durchnässtes Bett vorfand. Schlafsack, Schlafanzug, Laken, Matrazenschoner, gottseidank nicht die Matraze. Ach du Schreck. Ich hoffe, das Donnerwetter hat nun endlich etwas genutzt. Zumindest bekomme ich seitdem bei allen Missgeschicken zu hören “mach das nie wieder , Mama!!“.

Und Muttern? Muttern beißt mal wieder die Zähne zusammen und verbringt das gemeinsame Kaffetrinken mit malerischen Pflaster mitten im Gesicht. Sprechen ist schwierig, Lachen quasi unmöglich und weh tut es auch noch wie verrückt. Drum erfährt die Welt erst heute, dass wir unseren ersten Oh-Cynthia-Kuchen produziert haben - den Carrot Cake. Und er ist sensationell geworden, obwohl die halbe Menge Zucker für das Frosting vermutlich immer noch süß genug gewesen wäre.

Trotzdem, das Backwerk wurde gelobt, die Kinder haben friedlich gespielt und wir unsere Freunde mal wieder gesehen und zumindest kurz gesprochen. Dafür hat sich der ganze Stress sehr gelohnt. Wer ist eigentlich als nächstes dran mit feiern??

Die Auflösung des Urlaubsrätsels - Teil1

Rosa hatte recht. Wir waren im Elsaß. Zumindest für eine gute Woche. Zuhause wäre ich wohl durchgedreht. So gab es noch ein bisschen Sommer mit fast 30°C und Ablenkung in Form von niedlichen kleinen Örtchen, bunten Blumenkästen, Weinbergen und lecker Essen. Und weil ich in einem kompromissbereiten Moment mal genickt hatte, fand das Ganze dann auch mittels Wohnwagen auf einem Campingplatz statt. Was tut man nicht alles, um seine Lieben zufrieden zu stellen.

Wir haben die Zeit als Familie sehr genossen - vermutlich hätten wir auch einfach nur 20 km von zuhause weg fahren können - uns gemeinsam alles angeschaut und uns sogar ein einziges Mal getraut, Madame Lieschen abends mit ins Restaurant zu nehmen. Sie war sehr brav und fand es offensichtlich sehr spannend auf diese Art ihr Essen zu bekommen. An den anderen Tagen haben wir auf dem Platz zu Abend gegessen, was angesichts des Grillguts aus ausländischen (und deshalb spannenden) Fleischtheken auch nicht wirklich schlimm war.

Madame Lieschen musste leider am zweiten Urlaubstag mit ihrem nächsten Entwicklungssprung starten - bei uns äußert sich sowas ja immer in gar schröcklichem Schlafverhalten - und so war der dringend benötigte Mittagschlaf jeden Tag aufs Neue ein riesiger Kampf, welcher an all zu vielen Tagen nur durch unlautere Mittel wie “angeschnallt im Autositz unter Einwirkung von Motorengeräuschen” für uns entschieden werden konnte. Der Entwicklungssprung hieß übrigens “Abnabelung von den Eltern”, welche dann doch ordentlich verdattert waren, als ihr sonst so ängstliches Kind die Nachbarn auf dem Campingplatz erkundete. Gottseidank nur die mit Kindern. Und der Satz “Kann is ss’on alleine.” wird nun auch fast rund um die Uhr strapaziert. Jaja aus Babys werden Leute, die sich des öfteren lieber mit ihrem Kuscheltier unterhalten als mit ihren Eltern … aber der verbietet einem ja auch nicht dauernd was.


… der Pauli bekommt die Stadt gezeigt.

Ausnahmsweise ohne Passwort

… weil es so ein besonderes Kind ist und ein besonderer Anlass:

24.08.2008
- ein Tag in Familie, Torte, 15 Gäste und eine Geschenkeschlacht vom Feinsten -
Für Madame Lieschen ist das Wichtigste, dass “viele Leute gekommen …” sind. Ihr ist sehr bewusst, dass dies ihr zu Ehren geschah und freut sich unglaublich. Die Bemerkung “… und sogar B.!!” treibt mir die Tränen in die Augen. Nun sage noch einer Kinder haben keine besonderen Antennen. (Ich werde übrigens nie vergessen, dass sich B. die Zeit für diesen Tag genommen hat. Nie. *seufz*)

16.09.2008
- “Hoch soll sie leben” in der Kita nebst Krone und Geschenk. Sie ist so unglaublich stolz. ;o) -

… und am Samstag nun eine kleine Party mit anderen Kindern. Wir haben es einfach nicht eher geschafft, wollen sie aber auch nicht einfach ausfallen lassen. Und was sagt Madame? “Oh prima. Gäste!!

Mein grüner Daumen


… alles echt. Ich bin ja so stolz auf meine gärtnerischen Fähigkeiten. Und muss jetzt auch mal ein bisschen angeben. Und wenn noch mal einer behauptet, Orchideen seien zickig und empfindlich, der komme doch bitte bei mir vorbei. Die Dinger sind ja sowas von pflegeleicht. Ehrlich ma.

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