ICH DANKE EUCH. Von ganzem Herzen. Für euren Zuspruch. Für eure Solidarität.
Und nein, ich halte mich nicht für eine Rabenmutter. Nur manchmal glaubt man, alle Probleme selbst lösen zu können …
Fangen wir so an: Das Gute an unserem Gespräch mit der Kitaleiterin war, dass ich mal wieder etwas Neues dazu gelernt habe. Und wie immer bringt ein offenes Gespräch zumindest gegenseitiges Verständnis. Auch wenn eine Lösung bei weitem nicht in Sicht ist.
Die Legende besagt, dass in unserem schönen Land in den Krippen auf sechs Kinder eine Erzieherin käme. Das hört sich vernünftig an. Das war sicherlich auch mal sehr vernünftig gedacht. Und so hab ich es auch im Gesetz gefunden, versehen mit dem Zusatz, dass diese Kinder mind. neun Stunden in der Einrichtung sein müssen. In der Realität ist es aber üblich den Urlaub der Betreuer voll auf die Betreuungszeiten anzurechnen. Heißt also, dass bei einer Kindergartengruppe mit 19 Kindern und zwei ständigen Betreuern mit jeweils sechs Wochen Jahresurlaub und einer Kitaschließzeit von einer Woche pro Erzieherin fünf Wochen Urlaub verbleiben in denen die Kollegin mit den Kindern allein ist. Macht geplante zehn Wochen pro Jahr. In der Krippe mit 19 Kindern mit drei Betreuern sind somit 15 Wochen mit nur zwei Betreuern fest eingeplant. Und die absolute Krönung ist, diese “Anrechnungstaktik” gilt ebenfalls, wenn eine Betreuerin krank wird. Und auch der Früh- bzw. Spätdienst, in dem nur einige Kinder anwesend sind, wird auf die Gesamtzeit angerechnet.
Wen wundert es da, wenn die anwesenden Erzieher auf den Zahnfleisch kriechen?
Nun grüble ich seit Mittwoch, was man tun kann … und versuche mir ein Kombinationsmodell aus Krippe und Tagesmutter vorzustellen. Schließlich hilft es, genau zu wissen, was man will.
Und übrigens: Die junge Dame ist ein echter Steher. Am Donnerstag wollte sie mich gern allein zur Omi an die Küste schicken. Krippe sei ja so schön. *seufz*













Eben bei der lieben Ami einen Beitrag zum Thema Eigenverantwortung bei Kindern entdeckt und dort auch kommentiert. Da ich gespannt bin, wie ich in ein paar Monaten darüber denke, halte ich meinen Beitrag auch hier noch einmal fest. Mal schauen wieviel Wahrheit die Zukunft in diesem Punkt bringt … heute ist es jedenfalls so:
Madame Lieschen ist zwei und ein eher ängstliches, vorsichtiges Kind. Vielleicht mache ich es mir zu einfach, aber ich lasse sie Dinge allein tun, wenn sie das möchte und ich es meine verantworten zu können (also keine höllenscharfen Messer, offenes Feuer, belebte Straßen etc.). Gleichzeitig versuche ich aber auch, sie zu nichts zu drängen - was mir zugegebenermaßen schwerer fällt. Ich wäre schon sehr beglückt, wenn sie es endlich mal versuchen würde, eine Treppe allein hinaufzusteigen. Was ich damit sagen will: Es hängt vom Kind ab, wieviel Verantwortung man ihm übertragen kann. Hat man eher einen Draufgänger, ist man vermutlich mehr mit Bremsen beschäftigt. Hat man einen Angsthasen, fürchtet man, sie noch im Schulalter ständig auf dem Arm zu haben.
Ein guter Katalysator ist für mich mal wieder die Krippe. Dort müssen die Kinder einfach viel selbstständig tun. Da kann man sich einiges abschauen. Zur Zeit sind Aus- und Anziehen ein großes Thema und natürlich der unvermeidliche Toilettengang. ;o))
Übrigens, wenn sie etwas tun will, wovon ich erstmal zurückschrecke, dann versuche ich ihr zu erklären, weshalb es vielleicht gefährlich sein könnte und wenn sie es dann immer noch will, üben wir halt gemeinsam. (Zur Zeit: Wie überquere ich eine Straße.) Ich denke, wir werden das noch monatelang gemeinsam tun, bis sie es allein hinbekommt. Aber irgendwann muss man ja anfangen. Eine Mutter, die ihr Kind machen lässt, aber selbst im Hintergrund bleibt, um notfalls eingreifen zu können, ist in meinen Augen keine Glucke, sondern gibt die maximale Sicherheit, die man bekommen kann um sich zu entwickeln. Klara sagt oft: “Mama passt auf mich auf.” … im Brustton der Überzeugung.
Und grundsätzlich finde ich es wundervoll, wenn ein Kind mehr und mehr allein kann. Dieses “hilf mir, es selbst zu tun” kommt mir sehr nahe. Oder eben auch “was sie selbst kann, muss ich nicht machen” … dann haben wir zusammen mehr Zeit für andere Dinge.
Versteht ihr was ich meine?