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Frau Feuervogels Wochentag – Mittwoch

Heute kein Tagebuch, denn heute war “Haushaltstag”. Acht Stunden vollgestopft mit Aufräumen, Einkäufen und Putzen. Dazu Kofferpacken für das hoffentlich traumhafte Wochenende. Gewonnen die Erkenntnis, dass so ein ganzer Tag allenfalls reicht, um unser Zuhause mal eben gerade besuchstauglich zu machen, für meinen eigenen Anspruch müssten es wohl einige Stunden mehr sein.

Immerhin … Arztbesuch war auch noch drin. Ungewohnt, mich auch mal um mich zu kümmern.

Der Abend brachte ein Essen und einen Kinofilm mit der Freundin die nur selten Zeit hat.  So schön. Wirklich.

Frau Feuervogels Wochentag – Dienstag

Heute muss ich mich ein wenig kürzer fassen, denn sonst schlage ich noch vor Vollendung des Textes mit dem Kopf auf die Tastatur und leider habe ich um diese Zeit nicht mal amüsierwilliges Publikum. Also (hoffentlich) im Stenostil.

Die Morgenroutine ist die gleiche, nur kommt heute leider das überaus nervige Haarewaschenfönenundtralala dazu, das an den betreffenden Tagen einen nicht unerheblichen Teil meiner Zeit verschlingt. Drum teile ich mir zwischenzeitlich mit dem Kind ein Waschbecken, was immer noch mit einem größeren Risiko für die Büroklamotten verbunden ist.

Madame Lieschen speist heute früh “Müsli” – eine Mischung aus echtem Müsli, Cornflakes (unbedingt mit getrockneten roten Früchten), einer halben Banane und einem Naturjoghurt besteht. Geht viel schneller und ist mit weniger Gezeter verbunden. Dann fülle ich die Brotdose und treibe die junge Dame zur Tür hinaus. Heute muss das Auto nur abgefegt werden, so sind wir kurz vor halb 9 in der Kita. Küsschen. Und tschüß.

Beim Losfahren piept kurz vor der Schnellstraße meine Tankanzeige und da ich nach einem gewissen Vorkommniss vor ein paar Jahren auf diesem Gebiet etwas sensibel bin, biege ich ab und halte unterwegs an der Tankstelle. Diesel für 1,34 € unglaublich! Hab ich was verpasst?

Im Büro hat der Morgentermin leider schon angefangen. Die Kollegen witzeln herum, dass ich “das Beste” verpasst habe. Bis mittags reiht sich ein Termin an den anderen. Nebenher rattert die Maschine in meinem Kopf und plant zusätzlich auch noch an meinen eigenen Themen. So verlasse ich das Meeting mit einer Mitschrift und einem Ideenpapier für meine Projektkollegen.

Mittagessen heute mal im kleinen Kreis beim örtlichen Fastfooddealer. Geht schnell. Immerhin.

Nach dem Mittagessen Projektrunde. Ich versuche die Kollegen für die nächsten Tage auf die richtige Spur zu setzen. Wir kommen gut voran. Nun müssen nur noch alle tun, was sie zugesagt haben. Einer steht nach der Hälfte der Zeit auf und geht, die andere muss ihren Feierabend pünktlich erreichen. Nur gut, dass ich ja Zeit habe …

Gegen 14:30 Uhr sitze ich zum ersten Mal an diesem Tag an meinem Schreibtisch. Die Emails haben sich schon wieder vermehrt. Ich versuche abzuarbeiten – alles was wichtig ist und alles was schnell geht. Um 16:00 Uhr mache ich für heute mal Schluss.

Im Auto fällt mir ein, dass ich Madame Lieschen heute gar nicht abholen muss bzw kann. Sie ist am Dienstag immer bei ihrer Ersatzoma und leider kann ich sie nicht eher holen, da ich um 18:00 Uhr zum Sport will und da ist der Liebste noch nicht zuhause. Also holt er sie dort ab und ich nutze die geschenkte Zeit für ein bisschen Chaosbeseitigung. Und einen Espresso. Nein, zwei. auf dem Nachhauseweg noch ein kurzer Schlenker in die Praxis des nächstgelegenen Allgemeinmediziners. Heute hat dort natürlich niemand mehr Zeit. Mal schauen, was morgen so geht. Aber vielleicht beschließe ich auch mal wieder, dass irgendwelche diffusen Beschwerden kein Grund für einen mehrstündigen Aufenthalt in einem Wartezimmer sind.

Um kurz vor 18:00 Uhr betrete ich den Sportraum. Man höre und staune, aber es sieht ganz so aus als hätte ich nach über dreißig Jahren erfolgloser Suche endlich einen Sport gefunden, der nicht gleich Fluchtreflexe auslöst. Wir machen Yoga und haben so viel Spaß dabei, wie ich es nie für möglich gehalten hätte.

Um 19:10 Uhr bin ich wieder zuhause und versuche das Kind dazu zu bewegen, nicht ganz so sehr in Zeitlupe zu essen. Dann Abendroutine. Kuscheln, Vorlesen, Dasein wenigstens ein paar Minuten.

Um 19:30 Uhr bekommen wir Besuch von einem Freund. Der Liebste hat Ofengemüse vorbereitet. Schön sich zu sehen. Blöd, dass die Gespräche immer um das selbe Thema kreisen. Ich fühle mich schuldig, vermutlich bin ich nicht sehr gut darin, den Dingen die richtige Richtung zu geben. Trauriger Nachklang. Manche Tage sind so.

Frau Feuervogels Wochentag – Montag

Neues Jahr, neuer Monat, neue Woche … und irgendwie sind plötzlich sieben Monate vergangen. Weshalb ich die Tastatur aus der Hand gelegt hatte, weiß ich noch. Und irgendwann machte das Leben sich breit in den Freiräumen, die ich mir für mein Blog geschaffen hatte. Und nun? Ein Neuanfang? Ein Intermezzo? Wir werden sehen. Auf jeden Fall gefällt mir die Aktion des Tagebuchbloggens von Frau Brüllen. Und deshalb mache ich mit …

Tag 1 – Montag

06:15 Uhr – Der Liebste ist zuhause und so werde ich nicht vom Weckerklingeln sondern von ihm geweckt, hach ich hab’s gut. Trotzdem quäle ich mich nur mühevoll in die Senkrechte und wanke ins Bad. Es gibt einfach Uhrzeiten zu denen ich kaum meinen Namen weiß. Morgenroutine.

06:45 Uhr – Der Liebste weckt auch das Kind, welches fünf Minuten später im Bad auftaucht. Dann verabschiedet er sich … nicht ohne sich noch rasch für den Abend abzumelden. Dienstlicher Termin bis 20:30 Uhr. Die spinnen doch alle.

07:30 Uhr – Das Kind und ich frühstücken. Seitdem wir dies zuhause, gemeinsam und in Ruhe tun, isst die junge Dame morgens tatsächlich auch etwas. Kindergartenklappstullen sind immer noch des Teufels. Nachmittagsbrotdose bestücken – ohne Klappstullen eine echte Herausforderung.

08:00 Uhr – Ich mahne zur Eile. Gestern sind mind 12 cm Neuschnee gefallen und da mein Auto seit Freitag nicht mehr bewegt wurde, müssen wir es erst ausbuddeln. Wir beschäftigen und geschlagene dreißig Minuten mit Fegen und Kratzen. Dann ist die Sicht soweit frei, damit wir in den Kindergarten starten können. Zwischendurch werde ich noch einmal in den Schuppen geschickt, um den Schlitten zu holen – der Kindergarten hat einen eigenen Rodelberg auf dem Gelände.

08:34 Uhr – Kindergartenankunftsritual. Kurze Ermahnung, dass am Nachmittag Musikschule ist. Kindergartenabschiedsritual.

08:55 Uhr – Normalerweise wäre ich jetzt schon im Büro, heute haben wir drei Schneeflocken hochkant auf der Straße und der Verkehr bricht mal wieder komplett zusammen. Soll meinen, Fahrzeit bis in die nächste Großstadt wie immer, dort dann Stau und so zücke ich erstmal das Telefon, um dem Kollegen Bescheid zu geben. Kann ja noch dauern.

09:10 Uhr – Ich erreiche meinen Arbeitsplatz schneller als gedacht. Rechner an. Los geht’s. Emails von Donnerstagspätnachmittag, Freitag und heute früh. Zu viele um sie schnell zu lesen. Der Kollege hat eine Frage. Der kleine Chef bittet zum Termin. Danach wieder Emails.

10:00 Uhr – Termin mit einer Kollegin. Meinungsaustausch. Allianzenbildung. Immerhin ein weiteres Vorgehen wurde vereinbart.

11:00 Uhr – Vorbereitung für den Nachmittagstermin überfliegen, die die Kollegen am Freitag gemacht haben. Immerhin muss ich die Veranstaltung nachher moderieren. Vertrauen ist gut …

11:30 Uhr – Termin mit dem kleinen Chef. Wir ringen hier um Halbstundenzeitfenster. Mal eben etwas fragen ist unmöglich, für alles muss die Zeit genau eingeplant werden. Weshalb nur kommt man aus solchen Gesprächen immer mit mehr Aufträgen als Antworten zurück.

12:05 Uhr – Mittagessen. Heute beim Türken um die Ecke. Geht am schnellsten. Beim Essen Gespräche über Schulsysteme, Bildungspolitik, Länderhoheit und die Frage, wie wahrscheinlich sich alles in den nächsten 4 Jahren noch einmal ändert.

12:35 Uhr – Abschließende Vorbereitung des Mittagstermins. Diesmal macht uns die Technik einen Strich durch die Rechnung. Das System in dem alle benötigten Dateien liegen, arbeitet gerade nicht. Anruf beim Support erbringt die Erkenntnis, dass vermutlich vor 14:00 Uhr nichts gehen wird. Improvisieren.

13:00 Uhr – Der wichtigste Termin der Woche startet mit Scherzchen. Ohne unsere Dokumente können wir nur einen Teil des Programms abfahren. Nur gut, dass die Kollegen die zur Berichterstattung kommen, ihre Dokumente immer noch irgendwo offline vorliegen haben. Wir philosofieren über die Segnungen einer Dokumentenkamera. Nach schier endlosen 40 Minuten in denen unter anderem der schöne Satz “Kannst mal bitte weiterscrollen …” mehrfach fiel – und ich dann das Blatt Papier weiter nach oben schob –  funktioniert alles wieder wie gewohnt. *SchweißvonderStirnwisch* Fragen stellen. Antworten protokollieren. Aufträge präzisieren und festhalten. Auf die Zeit achten. Kollegen rechtzeitig dazubitten. Vielredner ausbremsen. Fragen stellen. Konzentriert zuhören. Vorschläge machen. Auf die Zeit achten.

15:54 Uhr – Heute vorfristig fertig. Unglaublich. Rasch wieder ins Büro. Noch zwei Emails bearbeiten. Dann Abflug. Montag ist Musikschultag und wer weiß ob nicht noch eine Schneeflocke hochkant …

16:35 Uhr – Ankunft in unserem mitteldeutschen Zuhause. Madame Lieschen geht seit einigen Wochen Montags allein in die Musikschule, weil Muttern ja diesen wunderbaren und höchstwichtigen Bis16Uhr-Termin hat. (Nur drei Häuser weiter, trotzdem war mir doch recht mulmig zumute, denn hier lässt niemand sein Kind allein auf der Straße herumlaufen. Vermutlich wohnen wir in der Bronx und ich habe es nur noch nicht bemerkt.) Zum Einkaufen reicht die Zeit nicht mehr, also kurzes Telefonat mit meiner Mutter eingeschoben.

16:45 Uhr – Die Musikschule ist aus. Kind eingesammelt, das tatsächlich das komplette Sack und Pack mit in die Musikschule geschleppt hat … “Weißt du Mama, ich hab das alles einfach auf meinen Schlitten geladen und bin losgezogen.” Wackelzahn bewundert bedauert. Dann Evakuierung nach Hause.

17:00 Uhr – Kaffeepause. Espresso und Zeitung für mich. Ein (natürlich medizinisch begründetes weil zum Kühlen des Wackelzahns) Eis für die junge Dame.

17:30 Uhr – Madame Lieschen hört eine HörspielCD, ich fahre rasch Einkaufen. Weshalb gibt es weiße Eier eigentlich nur aus konventioneller Bodenhaltung? Sehr ungutes Gefühl beim Kaufen, aber Ostern ist Ostern. Madame Lieschen bemalt ein Osterei.

17:50 Uhr – Sandmann auf rbb. Ich mache indessen Abendessen. Heute mal Fladenbrot – mitgebracht vom Mittagstürken und freudig begrüßt – und Salat. Dann Essen. Dann nochmal Flimmerkiste. Vermutlich wohnen die Wickinger indessen heimlich bei uns und wir wissen es nicht, in jedem Fall scheinen sie schon fast zur Familie zu gehören.

19:20 Uhr – Madame Lieschen wird ins Bad beordert. Während sie sich bettfertig macht, unterhalten wir uns durch die halboffene Tür. Ich lege gebügelte Hemden zusammen und räume auch den restlichen Wäscheständer leer und in den Schrank. Ich helfe bei der Nasenspülung – die junge Dame ist schon wieder krank. Dann suchen wir gemeinsam die Sachen für morgen heraus. Ich beginne für den anstehenden Wochenendurlaub zu packen.  Als Madame endlich den Weg ins Bett gefunden hat, lese ich vor – heute: “Wieso Weshalb Warum – wir entdecken den Weltraum”. Kuscheln. Wackelzahn bewundern, Licht aus.

20:30 Uhr – Ich suche mir ebenfalls mein Abendbrot zusammen und setze mich damit auf die Couch. Recherche für den anstehenden Wochenendurlaub.

21:30 Uhr – Der Liebste kommst nach Hause. Wir planen noch ein bisschen gemeinsam. Dann geht er ins Bett und ich schreibe diesen Text fertig. Tag vorbei.

Kindermund: Naheliegendes

FF: Schau mal, da fährt eine S-Bahn!

ML: Was ist das für eine Bahn? Die hat ja gar keinen Speisewagen.

FF: Wieso Speisewagen? (man sieht Fragezeichen durch die Gegend fliegen)

ML: Na wenn man da ESSEN soll …

(Kind, du brauchst öfters eine Ration Großstadt!)

Ausflug mit dem allerbesten Freund

(Einfach so – zwischen Arbeit, Kindergarten und Abendbrot 
–  weil die Kinder schon so lange davon reden –
und weil Muttern es sich in den Kopf gesetzt hat.)

kleines Mädchen, große Stadt

Beim letzten Hauptstadtbesuch – erwähnte ich irgendwann schon mal, dass ich diese Stadt liebe wie keine zweite – hatte ich eine so perfekte Zeit, dass ich stellenweise aus dem Seufzen kaum noch heraus kam. (Weshalb ich trotzdem bis heute nichts darüber geschrieben habe, weiß … der Bloggeist.) Ich kann wirklich nicht sagen, was mich an Berlin so fasziniert. Ist es dieser andere Rhythmus, andere Geräusche, andere Gerüche, Vielfalt, Tempo, Veränderung? Berlin ist rau, voller Improvisation, manchmal unglaublich dreckig, oft laut bis zur Schmerzgrenze aber auch bunt, echt, voller Leben und für mich irgendwie auch der Inbegriff von Toleranz. Einfach weil hier Leben möglich ist, dass an anderen Orten an den althergebrachten Konventionen scheitern würde. Ich liebe es zu sehen, wie sich die Stadt verändert. Und manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre dort zu leben …

All dies geht mir durch den Kopf, wenn ich durch die Straßen eines Berliner Kiez (allein schon dieses Wort *hach*) streife und immer wieder löst der Anblick des Funkturms aus dem Zugfenster ein breites Grinsen aus. (Funkturm? Naja, das erste prominente Berliner Gebäude bei einer Anreise aus westlicher Richtung …) Und wie bei vielen Dingen wünsche ich mir immer mal wieder, dieses Erleben mit Madame Lieschen teilen zu können. Schließlich wächst sie in einer sehr kleinen Kleinstadt auf und könnte auf die Idee kommen, dass die nächste Großstadt tatsächlich eine ist, nur weil sie zufällig genügend Einwohner für diesen Titel hat. Schlimmstenfalls ginge es ihr eines Tages so wie einem Kollegen von mir, der mir bei einem gemeinsamen Seminar in der Hauptstadt nicht von der Seite wich, zu ungewohnt war die Tatsache nicht überall hin mit dem Auto fahren zu können, Nahverkehr sprich S- und U-Bahn-Fahren löste nahezu Panikattacken aus.

Frau Feuervogel fing also an, ein Berlin-Wochenende mit Kind zu planen und übermorgen ist es schon so weit. Wir fahren – ganz traditionell mit dem Zug und am Funkturm vorbei ;o) – in die Hauptstadt. Und nun bräuchte ich ein paar Tipps auf die Schnelle. Unternehmungen und Örtlichkeitem die der jungen Dame die Großstadt auf so positive Weise näher bringen, dass sie in Zukunft verstehen kann, wenn ihre Mama seufzt: Ach, Berlin! Ich hätte gern ein paar Regen- und Schönwetterideen … vielleicht ein besonderes Museum, ein toller Spielplatz, ein cooles Café oder Restaurant, etwas zum Anschauen, etwas zum Mitmachen, etwas zum Zugucken oder auch Etwas auf das ich im Traum nicht gekommen wäre. Gern bunt und unkonventionell, möglichst kein “Plastik” oder “Hochglanz”, eher speziell und echt als austauschbar.

Vielleicht drücke ich mich total wirr aus. Vielleicht versteht mich aber auch jemand … ich bin sehr gespannt.

(Eine liebe Kollegin hat mir von Berliner Freunden erzählt, die mit ihrem Kind einen Urlaub im Ländlichen planen, um dem Kind “echte” Tiere zu zeigen. Vielleicht ist es bei uns genau anders herum. Leben in seiner ganzen Vielfalt.)

Am Hafen

(Nachtrag vom 14.07.2012)

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